Kandidatenvorstellung – Chris Volkamer

1.Kurzvorstellung

Wir stellen nach und nach unsere Kandidatinnen und Kandidaten für die Kommunalwahl 2026 vor. Heute im Interview: Chris Volkamer, 51 Jahre alt, verheiratet, 2 Kinder. Sein zentrales Thema: Wirtschaft und Finanzen.

Chris, stelle dich bitte kurz vor: Vor rund 25 Jahren habe ich während unseres gemeinsamen Studiums in Hamburg meine Frau, eine Norderneyerin, kennengelernt, die ich wenig später auch geheiratet habe. Nach mehreren Jahren in London, wo uns unsere beruflichen Wege hingeführt hatten, hat unsere Familie seit 2015 ihren Lebensmittelpunkt auf der Insel. Beruflich war ich noch einige Jahre in England tätig.

Inzwischen arbeite ich für ein Hamburger Finanzunternehmen und kann den größten Teil meiner Arbeit von Norderney aus erledigen. Unsere beiden Kinder gehen noch zur Schule, wobei unser Sohn derzeit das Internatsgymnasium in Esens und meine Tochter die KGS hier auf der Insel besucht. In meiner Freizeit verbringe ich am liebsten Zeit mit meiner Familie. Darüber hinaus treffe ich mich gerne mit Freunden – sei es auf oder neben dem Tennisplatz oder bei geselligen Abenden im Freundeskreis.


2.Entweder- / Oderfragen

Strandspaziergang oder Fahrradtour? Fahrradtour und danach ab an den Strand 
Hund oder Katze? Als Kind hatte ich einen Hund, inzwischen haben meine Kinder zwei Katzen. Tiere sind toll, insbesondere für Kinder. 
Pommes Mayo oder Pommes Ketchup? Natürlich Pommes „Vereinsfarben“  (rot-weiß)
Fisch oder Fleisch? Die Qualität macht es aus. Im Zweifel Tomahawk
Im Winter: Berge oder Meer? Die Abwechslung macht’s – also ab in die Berge
Tee oder Kaffee? Tee
Aperol oder Bier? Bier
Fischbrötchen oder Croissant? Als ehemaliger Hamburger natürlich Franzbrötchen
Kompromiss oder klare Kante? Die klare Kante ist der Startpunkt, aber die Welt besteht aus Kompromissen
Ev. Kindergarten oder Kükennest? Kommt auf das Kind an. Mein Sohn war im Ev. Kindergarten und meine Tochter im Kükennest. Beide hatten eine tolle Zeit.
E-Bike oder klassisches Fahrrad? Für die Fahrradtour gerne das klassische Fahrrad
Italiener oder Grieche? Italiener! Ich liebe die italienische Küche, insbesondere die Pizza Hawaii
Wacken oder Semperoper? Beides toll, hängt von der Tageslaune ab 
Fenster oder Gang? Gang
Reitstall oder Tennisplatz? Tennisplatz
Grünkohl oder Spargel? Grünkohl – schmeckt nach einer Runde Spaß-Boßeln im Januar am besten! 
Sport oder Kunst? Für mich ist tatsächlich beides wichtig, um ausgeglichen zu sein.
ARD oder Netflix? Netflix
Hero Quest oder Monopoly? Hero Quest ist einfach super!

 


3. Interview „Zukunft aktiv gestalten! Wir dürfen nicht nur reagieren und verwalten!“

Heute im Gespräch: Chris Volkamer — Fachmann für Wirtschaft und Finanzen.

FDP Norderney: Chris, stell dich bitte einmal kurz vor. 

Chris Volkamer: Mein Name ist Chris Volkamer. Ich lebe mit meiner Familie auf Norderney, bin verheiratet und Vater von zwei Kindern. Beruflich bin ich als Senior Projekt- und Asset Manager für ein Hamburger Finanzunternehmen tätig. Meine Frau betreibt den familiären Beherbergungsbetrieb auf der Insel, wobei ich Sie gerne unterstützen darf. Diese Kombination prägt meinen Blick auf Norderney: Ich kenne die praktischen Herausforderungen eines Familienbetriebs vor Ort und beschäftige mich zugleich täglich mit Zahlen, Risiken, wirtschaftlichen Entwicklungen und langfristiger Tragfähigkeit.

Außerdem bin ich Mitglied im FDP-Ortsverein Norderney und arbeite dort aktiv mit. Mir ist es wichtig gemeinsam in einem Team konstruktiv an Lösungen zu arbeiten. Es geht also nicht nur darum, seine Meinung zu äußern, sondern sich konkret einzubringen und Verantwortung für die Zukunft unserer Insel zu übernehmen.

FDP Norderney: Dein Schwerpunkt liegt auf Wirtschaft und Finanzen. Warum ist dir dieses Thema so wichtig?

Chris Volkamer: Weil solide Finanzen die Grundlage für vieles ist, was wir politisch erreichen wollen. Gute Infrastruktur, medizinische Versorgung – wie das Krankenhaus und das MVZ, Wohnraum, Familienfreundlichkeit, Vereine, Ehrenamt und ein lebendiger Ort — all dies benötigt sicherlich auch ein tragfähiges wirtschaftliches Fundament. Norderney hat enorme Möglichkeiten und nutzt diese teilweise auch bereits gut. Dennoch habe ich den Eindruck, dass gewisse Themen eher verwaltet statt gestaltet werden. Hier wünsche ich mir einen klareren wirtschaftlichen Kompass.

Wir brauchen eindeutige Ziele, aussagekräftige Zahlen und eine Politik, die wirtschaftliche Zusammenhänge nicht nur erkennt, sondern auch in die Zukunft tragen kann. Der Eindruck entsteht, dass sich große Entscheidungen in Verwaltungsvorlagen formulieren, dabei ist aus meiner Sicht eine kritische Analyse und ein transparent geführter politischer Dialog für eine erfolgreiche Verwirklichung erforderlich.

FDP Norderney: Du sprichst von einem anderen Politikstil. Was meinst du damit?

Chris Volkamer: Ich glaube, dass eine rein kameralistische Denkweise den Ansprüchen einiger Entscheidungen nicht gerecht wird. Also ein Denken nach dem Motto: Wir schauen, was im Haushalt derzeit noch möglich und darstellbar ist, und schöpfen diesen von Fiskaljahr zu Fiskaljahr aus. Norderney verdient an dieser Stelle mehr als eine reine Haushaltsverwaltung. Norderney braucht strategische Finanzpolitik.

Was ich kritisch sehe, ist der Eindruck einer zu engen, eingespielten Abstimmung zwischen politischer Mehrheit und Verwaltung. Wenn politische Entscheidungen zu sehr aus der Verwaltungsperspektive heraus getroffen werden und die Mehrheitsgruppe diese nur noch begleitet, dann fehlt die notwendige Distanz. Im Grunde muss die Politik die Ziele setzen, Prioritäten formulieren, die Umsetzung begleiten und schlussendlich die Verwaltung kontrollieren — nicht umgekehrt.

FDP Norderney: Was müsste sich konkret ändern?

Chris Volkamer: Das kurzfristige Haushaltsdenken ist für die Insel an vielen Stellen richtig und wichtig. Dennoch müssen bei großen Entscheidungen, die viele Lebensbereiche der Insel betreffen, langfristige Planungen aufgestellt, Sensitivitäten analysiert und verschiedene Szenarien für die zukünftige Entwicklung betrachtet werden. Bei jedem größeren Projekt müssen daher klare Fragen gestellt werden:

Was ist unser Ziel?
Was kostet es wirklich?
Welche Folgekosten entstehen?
Welche Stellschrauben sind die potentiellen Kostentreiber?
Welche Risiken trägt die Stadt?
Welche Einnahmen, Belastungen oder Möglichkeiten sind realistisch?
Und welche Alternativen werden betrachtet?

Dafür braucht es in der Politik einen Blick auf wirtschaftliche Zusammenhänge, um finanzielle Möglichkeiten analysieren, in der Folge bewerten und ggf. unbequeme Fragen stellen zu können. 

FDP Norderney: Wo zeigt sich dieser Handlungsbedarf besonders?

Chris Volkamer: Sehr deutlich bei den großen Flächen und Projekten auf der Insel — etwa beim Gelände rund um das ehemalige Haus der Insel, beim Booken-Gelände oder beim Areal des ehemaligen Freibads. Das sind Flächen mit großem Potential für Norderney. Dort könnten Zukunftsprojekte entstehen: für Infrastruktur, Aufenthaltsqualität, Wirtschaft, Begegnung, vielleicht auch neue Wohn- oder Nutzungskonzepte.

Solche Projekte dürfen gerne mit guten Ideen entstehen. Sie brauchen aber klare politische Ziele und ein solides wirtschaftliches Konzept. Erst muss die Politik sagen, was Norderney wirklich braucht. Danach erfolgt die Prüfung auf Wirtschaftlichkeit und Finanzierbarkeit. Aus meiner beruflichen Erfahrung weiß ich, wie sich ein ursprüngliches Konzept an solche Parameter anpassen muss, bzw. erst durch laufende Veränderungen des wirtschaftlich tragbaren Konzepts zu seiner Umsetzbarkeit reifen.  

FDP Norderney: Welche Rolle spielt dabei deine berufliche Erfahrung?

Chris Volkamer: Als Projektentwickler und Asset Manager von Finanzprodukten, in der Regel Investitionsobjekte für institutionelle Investoren, bin ich es gewohnt, Risiken, Chancen und langfristige Entwicklungen nüchtern zu analysieren. Der Analyse folgen intensive Gespräche mit allen beteiligten Partnern, bis eine solide Basis für eine Realisierung des Projektes entsteht. Wichtig ist dabei, dass Entscheidungen auf Fakten beruhen müssen, nicht auf zunächst gut gemeinten Wunschvorstellungen. Ansonsten ist die Enttäuschung sehr schnell sehr groß. 

Gleichzeitig sehe ich den familiären Beherbergungsbetrieb, den meine Frau betreibt. Ich weiß also auch ganz praktisch, was Bürokratie, Investitionen, Kostensteigerungen, Personalfragen und wirtschaftliche Unsicherheit bedeuten. Diese beiden Perspektiven möchte ich in die Kommunalpolitik einbringen: den fachlichen Blick auf Zahlen und Risiken — und den bodenständigen Blick eines Familienbetriebs auf unserer Insel.

FDP Norderney: Du hast auch das Krankenhaus und das MVZ angesprochen. Warum?

Chris Volkamer: Weil medizinische Versorgung für Norderney von zentraler Bedeutung ist. Krankenhaus und MVZ sind wichtige Einrichtungen. Aber gerade deshalb müssen wir ehrlich über deren wirtschaftliche Grundlage sprechen. Es reicht nicht, nur zu sagen: Das ist wichtig, also machen wir es. Wir müssen wissen: Was gilt es zu erreichen? Wie sind die Kosten zu bewerten? Welche Zuschüsse werden benötigt? Welche Risiken entstehen für die Stadt? Sind Alternativen auf dem Tisch, die eventuell in die Diskussion einfließen sollten? Das Ziel ist klar, die Versorgung auf unserer Insel langfristig zu sichern und den Menschen, die täglich im Krankenhaus und im MVZ arbeiten, eine wertschätzende und verbindliche Perspektive auf der Insel zu bieten.  

Transparenz gefährdet dabei keine Versorgung. Im Gegenteil: Transparenz ist die Voraussetzung dafür, dass Versorgung dauerhaft bestehen kann und wir eine gute Lösung finden können.

FDP Norderney: Stellst du solche Einrichtungen damit infrage?

Chris Volkamer: Nein. Überhaupt nicht. Ganz im Gegenteil sehe ich im Krankenhaus und dem MVZ zwei wesentliche Elemente für unsere Inselgemeinschaft. Und gerade deswegen muss an einer  langfristigen Lösung und Finanzierbarkeit gearbeitet werden.

Wenn Strukturen dauerhaft bestehen sollen, brauchen sie entweder ein tragfähiges wirtschaftliches Modell oder eine offene politische Entscheidung darüber, welche Zuschüsse notwendig sind und wer sie bezahlt. Mir geht es also nicht darum den gegenwärtigen Zustand nur zu verwalten. Mir geht es um Klarheit, um die Schaffung eines tragfähigen Konzepts und letztlich um die Planungssicherheit für die Menschen – sowohl für jene, die im Gesundheitssystem arbeiten als auch für jene, die darauf angewiesen sind. 

FDP Norderney: Viele kennen dich auch aus dem Vereinsleben, wie kommt dies?

Chris Volkamer: Ja, ich habe mich sehr gerne im TuS Norderney engagiert. Für mich ist das Vereinsleben ein sehr wichtiger Bestandteil, von dem insbesondere unsere Kinder und Jugendlichen profitieren. Ich weiß also aus eigener Erfahrung, wie wichtig Vereine, Ehrenamt und gesellschaftlicher Zusammenhalt für unsere Insel sind. Gerade deshalb brauchen wir solide Finanzen. Eine Stadt, die wirtschaftlich handlungsfähig bleibt, kann auch Vereine, Familien, Jugend, Sport und soziales Leben besser unterstützen.

FDP Norderney: Warum engagierst du dich in der FDP?

Chris Volkamer: Ich bin seit sechs Jahren Mitglied im FDP-Ortsverein Norderney und arbeite dort aktiv mit, weil ich überzeugt bin, dass liberale Politik auf unserer Insel gebraucht wird. Für mich stehen solide Finanzen, Transparenz, Eigenverantwortung und wirtschaftliche Vernunft im Mittelpunkt. Norderney braucht keine Politik des Durchwinkens und Verwaltens. Norderney braucht klare Ziele auf einem klaren wirtschaftlichen Fundament. Die FDP ist für mich der richtige Ort, um diese Themen einzubringen — fachlich, konstruktiv und mit Blick nach vorn.

FDP Norderney: Was ist dein politisches Ziel für Norderney?

Chris Volkamer: Ich möchte dazu beitragen, dass Norderney seine Zukunft aktiver gestaltet. Wir dürfen nicht nur reagieren und verwalten. Wir müssen vorausschauend handeln. Dazu gehören klare Ziele, wirtschaftliche Vernunft und eine Politik, die sich in die Lage versetzt, große Projekte kritisch zu begleiten. Norderney hat riesiges Potential. Aber dieses Potential braucht ein solides Fundament und Struktur. Wenn dann noch Mut und Eigenverantwortung darauf treffen, dann bilden sich die besten Voraussetzungen für unsere Insel. 


26. Juni 2026

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