Booken

Zehn Jahre Stillstand sind genug

Beim letzten monatlichen Treffen der Freien Demokraten Norderney wurde intensiv über das Booken Areal diskutiert. Für die Inselliberalen ist klar: Dieses Thema darf in der kommenden Legislaturperiode die bis 2031 geht, nicht länger verdrängt, vertagt oder ausgesessen werden, wir werden es solange auf die politische Agenda setzen, bis es innerhalb der nächsten Legislaturperiode zu einer Lösung gekommen ist!


Booken – Fakten

Das rund 12.000 Quadratmeter große Gelände liegt seit Jahren brach (2017). Nach dem Kauf durch die Stadtwerke Norderney wurden zahlreiche Nutzungs- und Verwertungsmodelle diskutiert – doch am Ende ist jede Planung gescheitert.

Das Ergebnis ist ernüchternd: 4,2 Millionen Euro Kaufpreis, laufende Finanzierungskosten (geschätzt ca. 150.000,- jährlich Minimum) und bereits angefallene Planungskosten von rund 60.000 Euro belasten den Haushalt*, ohne dass für Norderney ein erkennbarer Nutzen entstanden ist.

Booken: Der Kauf war ein Fehler, die jetzige Situation ist nicht länger hinnehmbar.


Öffentliche Hand als Bauherr

Seit fast zehn Jahren gelingt es der öffentlichen Hand nicht, für dieses zentrale Grundstück eine tragfähige Lösung zu schaffen. Statt Entwicklung gibt es Stillstand. Statt Nutzen gibt es Kosten. Monat für Monat fließen geschätzt 12.000,- Euro Finanzierungskosten (bislang mehrere Hunderttausend!) ohne dass auf dem Areal ein Mehrwert für die Insel entsteht.

Auch die Hoffnung, die öffentliche Hand könne dort wirtschaftlich sinnvoll dringend benötigten Wohnraum schaffen, sehen wir kritisch. Spätestens das Personalwohnhaus an der Mühle mit Kosten von 5,2 Millionen Euro* hat gezeigt, wie schwer es der öffentlichen Hand fällt, kostengünstigen Wohnraum tatsächlich wirtschaftlich zu realisieren.


Ausnahmegenehmigung – Wasserschutzzone

Besonders kritisch sehen wir zudem die wasserrechtliche Konstruktion rund um das Booken Areal. Im Jahr 2023 wurde für das Grundstück in der Wasserschutzzone 2 eine Befreiung von den sonst geltenden Beschränkungen in Aussicht gestellt beziehungsweise erteilt – allerdings nur unter der Voraussetzung, dass das Gelände im kommunalen Eigentum bleibt. Sollte die Fläche ganz oder teilweise in privates Eigentum übergehen, würde diese Befreiung nach den bisherigen Vorgaben entfallen.

Aus unserer Sicht ist das nicht nachvollziehbar. Wenn Wohnbebauung unter strengen Auflagen wasserrechtlich möglich ist, dann darf diese Möglichkeit nicht allein davon abhängen, ob ein kommunaler oder ein privater Träger baut. Eine solche Ungleichbehandlung widerstrebt dem Rechtsstaatsprinzip und muss dringend rechtlich und politisch geklärt werden. Denn am Ende muss für alle gelten: gleiches Recht bei gleichen Anforderungen.


Booken mögliche Vorgehensweise

Deshalb braucht Norderney jetzt endlich Klarheit statt weiterer Ankündigungen. Aus unserer Sicht gibt es nur noch drei ehrliche Wege:

Für die Freien Demokraten ist klar: Einfach totschweigen, auf Eis legen und weiter Monat für Monat hohe Summen für nichts zu zahlen, ist keine Lösung. Das Areal Booken muss in der nächsten Legislaturperiode ganz oben auf die politischen Agenda – so lange, bis endlich eine tragfähige Entscheidung getroffen ist.


Wohnbebauung Nordhelmsiedlung

Gerade mit Blick auf den Wohnraumbedarf auf Norderney darf eine Fläche in dieser Lage und Größenordnung nicht dauerhaft ungenutzt bleiben. Die Nordhelmsiedlung bietet sich grundsätzlich für Wohnbebauung an – privat, öffentlich oder in einer tragfähigen Mischform. Aber was es jetzt braucht, ist kein weiteres Zögern, sondern politischer Wille, wirtschaftliche Vernunft und ein realistischer Blick auf das Machbare.

Die FDP Norderney wird dieses Thema in der kommenden Legislaturperiode mit Nachdruck verfolgen. Nicht, um alte Fehler nur zu beklagen, sondern um endlich dafür zu sorgen, dass aus einem teuren Problem eine tragfähige Lösung für die Insel wird.


 

*Käufer war ein kommunaler Betrieb der Stadt Norderney, weshalb die Belastungen nicht im städtischen Haushalt zu finden sind

* in der ersten Fassung sind wir fälschlicherweise von 6,2 Millionen ausgegangen, dies wurde nachträglich auf 5,2 Millionen korrigiert


15. April 2026

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