Kandidatenvorstellung Alina Kleemann
1.Kurzvorstellung
Name: Alina Kleemann Geburtsdatum: 18.02.1992 Schule: Grund- & Realschule auf Norderney, Abitur im Internatsgymnasium Esens Studium: Bachelor & Master Studiengang Architektur msa | Münster Master of Arts Architektur seit 2019, Architektin M.A. seit 2023
Beruf: Architektin und Bauleitung im Familien Bauunternehmen, selbstständige Architektin, Leitung der Gastronomiebetriebe Fischgeniesserei & Bootshaus Norderney mit Bruder Janis, Leitung Verwaltung und Vermietung von Fewo „Urlausbgeniesserei“ mit Bruder Janis Familienstand: ledig
Hobby: Reitsport, speziell Dressurreiten & Hannoveraner Sportpferdezucht Engagement: aktives Mitglied beim Rotary Club Norderney, Vorstand vom Reitclub Norderney
2.Entweder- / Oderfragen
Hund oder Katze? Hund
Im Winter: Berge oder Meer? Meer
Kontaktlinsen oder Brille? Kontaktlinsen
Milchbar oder Surfcafé? Bootshaus
Kompromiss oder klare Kante? Ganz klare Kante
Tee oder Kaffee? KAFFEE!
Strandspaziergang oder Fahrradtour? Strandspaziergang
Fisch/Vegan oder Fleisch? Fisch
Frühaufsteher oder Nachteule? Nachteule
Reitstall oder Tennisplatz? Reitstall
Ruhiges Café oder wuselige Bar? tagesformabhängig
Fischbrötchen oder Croissant? Fischbrötchen
Wein oder Bier? Wein
Norderney im Sommer oder Norderney im Winter? Beides toll
Telefon/Sprachnachricht oder WhatsApp? Whatsapp
Grünkohl oder Spargel? Grünkohl im Winter, Spargel im Sommer
Backen oder Kochen? beides
Salat oder Gemüse? ist Salat kein Gemüse?
Wecker oder innere Uhr? Wecker
3. Interview „Baupolitik braucht Weitsicht statt Ideologie“
FDP Norderney: Alina, stell dich bitte kurz vor.
Mein Name ist Alina Kleemann, ich bin 34 Jahre alt und auf Norderney aufgewachsen. Nach meiner Schulzeit auf der Insel und dem Abitur am Internatsgymnasium Esens habe ich Architektur an der msa Münster studiert und meinen Bachelor und Master of Arts erfolgreich abgeschlossen. Beruflich arbeite ich als Architektin und Bauleiterin im Familienunternehmen. Darüber hinaus führe ich gemeinsam mit meinem Bruder Janis die Gastronomiebetriebe Fischgeniesserei und Bootshaus Norderney sowie die Wohnungsverwaltung- & Vermietung Urlaubsgeniesserei Norderney. Neben meiner beruflichen Tätigkeit engagiere ich mich im Rotary Club Norderney und bin Vorstandsmitglied des Reitclubs Norderney. In meiner Freizeit gilt meine Leidenschaft dem Dressurreiten und der Hannoveraner Pferdezucht.
FDP Norderney: Was ist dein zentrales kommunalpolitisches Thema?
Alina Kleemann: Mein zentrales Thema ist die Baupolitik mit klarem Fokus auf die Zukunft. Wie in diesem Bereich die Weichen gestellt werden, ist meines Erachtens das zentrale Thema dafür, wie sich Norderney künftig entwickeln kann. Ich erlebe täglich, welche Auswirkungen die bisherigen Entwicklungen auf die Insulanerinnen und Insulaner haben, und aus meiner Sicht muss sich hier dringend etwas ändern. Die gewachsene Struktur aus Dauerwohnungen, Ferienwohnungen und Zweitwohnungen – ob als Miet- oder Eigentumsobjekte – hat ihre Berechtigung und ist eine wesentliche Grundlage für die Attraktivität unserer Insel. Manchmal habe ich das Gefühl, dass vergessen wird, dass der Tourismus die Existenzgrundlage von uns allen ist. Das dauerhafte Leben und Arbeiten auf der Insel sowie das zeitweise Wohnen unserer Gäste bilden eine Symbiose. Beides kann nur gemeinsam funktionieren, wenn das Leben auf Norderney in seiner Gesamtheit betrachtet und mit fachlicher Expertise zukunftsorientiert weiterentwickelt wird.
FDP Norderney: Wird das Thema Dauerwohnen und Tourismus deiner Meinung nach zu sehr in Gegensätzen geführt?
Alina Kleemann: Ja, ganz klar. Es wird viel zu oft in Extremen gedacht. Gerade bei der Wohnraumdebatte erleben wir häufig ein Schwarz-Weiß-Denken. Der Gedanke, dass vieles nur gemeinsam funktionieren kann, ist in den vergangenen Jahren zunehmend verloren gegangen – und das hilft unserer Inselgemeinschaft nicht weiter. Die generalisierte Verpönung von Ferienwohnungen und die gleichzeitige Idealisierung von Dauerwohnungen sollte man durchaus kritisch hinterfragen und vorgegebene Aussagen nicht einfach ungeprüft übernehmen. Der Tourismus ist direkt oder indirekt für jede und jeden von uns Existenzgrundlage. Selbstverständlich braucht es klare Rahmenbedingungen, aber diese sollten auf den Erfahrungen der Vergangenheit aufbauen und mit einem visionären Blick in die Zukunft weiterentwickelt werden.

FDP Norderney: Wird das Thema Baupolitik aus deiner Sicht zu ideologisch gesehen?
Alina Kleemann: Nicht unbedingt. Vielleicht wird das ganze Thema eher mit zu wenig Weitsicht betrachtet. Das kann ich durchaus nachvollziehen, denn das Thema Bauen und Wohnen ist äußerst vielschichtig und komplex. Oft werden die Konsequenzen vergangener Entscheidungen erst dann spürbar, wenn man selbst betroffen ist. Ziel muss es sein, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen und gleichzeitig (jungen) Norderneyerinnen und Norderneyern die Möglichkeit zu geben, auf der Insel Fuß zu fassen und sich eine eigene Existenz aufzubauen. Das gelingt nicht durch immer neue Verbote, Auflagen und Regulierungen.
Bei der gesamten Debatte wird häufig vergessen, dass viele Eigentümerinnen und Eigentümer keine Spekulanten sind, sondern Insulanerinnen und Insulaner, Familien, Handwerkerinnen und Handwerker oder Unternehmerinnen und Unternehmer, die über Jahrzehnte hinweg etwas aufgebaut haben. Hinzu kommt, dass es bislang keine belastbare Analyse über die tatsächliche Zahl von Ferienwohnungen, Zweitwohnungen, Mietwohnungen oder Gästebetten gibt. Wie kann man maßgebliche Entscheidungen treffen, wenn man nicht einmal genau weiß, von welcher Datengrundlage man spricht?
FDP Norderney: Warum kandidierst du für den Rat der Stadt Norderney?
Alina Kleemann: Weil die Baupolitik auf Norderney dringend mehr Praxisnähe und Transparenz braucht. Viele Insulanerinnen und Insulaner wissen nicht, welche Auswirkungen Entscheidungen über Bebauungspläne, Satzungen und Vorgaben konkret auf ihre Familien, Betriebe, Grundstücke oder Gebäude haben. Das ist verständlich, aber nicht fair und intransparent. Zwischen politischer Planung und der Realität auf der Insel entsteht zunehmend eine Lücke. Dort möchte ich meine berufliche Erfahrung einbringen und zu mehr Klarheit sowie besseren Entwicklungsmöglichkeiten beitragen.
FDP Norderney: Was ist deine Agenda für die nächste Legislaturperiode?
Alina Kleemann: In erster Linie müssen wir Klarheit schaffen und wissen, worüber wir hier überhaupt debattieren. Wir brauchen fundierte Analysen und belastbare Zahlen. Ferienwohnungen sind ein wichtiger Bestandteil der touristischen Infrastruktur unserer Insel und für viele Norderneyerinnen und Norderneyer eine wirtschaftliche Grundlage. Ich bin für klare Rahmenbedingungen, aber wir müssen mehr ermöglichen und weniger regulieren. Unser Bundes- und Landesbaurecht ist bereits umfangreich genug. Kommunalpolitik sollte ordnen, Perspektiven schaffen und bestehende Existenzen schützen – nicht zusätzliche Hürden aufbauen oder Entwicklung verhindern.
FDP Norderney: Deine wichtigste Botschaft?
Alina Kleemann: Norderney braucht eine Baupolitik, die ermöglicht statt verhindert. Wir müssen Wohnraum schaffen, ohne die wirtschaftliche Grundlage unserer Insel zu schwächen. Ich möchte mich dafür einsetzen, dass Norderney wirtschaftlich stabil bleibt – mit Augenmaß, Fairness, Respekt vor Eigentum und einem klaren Blick für die Realität unserer Insel. Meine Herzensangelegenheit ist es, Norderney als attraktiven Wohn- und Lebensort zukunftsfähig weiterzuentwickeln. Junge Menschen sollen die Chance haben, auf Norderney privat und beruflich Fuß zu fassen. Dafür brauchen wir eine Baupolitik, die unterstützt, Perspektiven eröffnet und Zukunft ermöglicht.
12. Juni 2026
